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Kranzniederlegung am Gedenkstein zur Judenverfolgung
Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger
"Wer zu einer Sache schweigt, still sein Einverständnis zeigt."
Im Jahr 2013, genauer am 4. Juli, wurde der Gedenkstein zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur wurden, in Hilchenbach aufgestellt. Mit einem Mahnmal im Blickpunkt der Öffentlichkeit, in der Nähe des Marktplatzes, wird die Erinnerung „lebendig“ gehalten.
Jeweils am 28. Februar, dem Deportationstag von Elisabetha Holländer und ihrem Sohn Lothar Holländer, findet jährlich die Kranzniederlegung am Gedenkstein statt, um an das Schicksal der Hilchenbacher Jüdinnen und Juden zu erinnern.
Eine beachtliche Zahl von rund 70 Teilnehmenden hatte sich 2026 zur Gedenkveranstaltung eingefunden. Dazu zählten Mitglieder aller im Rat der Stadt Hilchenbach vertretenen Fraktion sowie Beschäftigte der Stadtverwaltung.
„Wer zu einer Sache schweigt, still sein Einverständnis zeigt.“
Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 b des Gymnasiums Stift Keppel hatten sich im Vorfeld intensiv mit der jüdischen Geschichte in Hilchenbach auseinandergesetzt. In ihren Redebeiträgen erinnerten Alexandra Slominski, Lisa Collé, Inka Irle, Ricarda Walk, Phoebe Heidbrink, Julian Münker und Mats Ole Irle an das Leben der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Hilchenbach. Dabei gingen sie unter verschiedenen Gesichtspunkten auf die Geschehnisse rund um die Familie Holländer bis zu deren Ermordung ein. Rückblickend auf den wichtigen Teil der Geschichte und dessen Bedeutung für heute gaben sie den Teilnehmenden ein jüdisches Sprichwort mit auf den Weg: „Wer zu einer Sache schweigt, still sein Einverständnis zeigt.“
Der Feuerwehrchor der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Hilchenbach umrahmte die Gedenkveranstaltung mit Liedvorträgen. „Hör in den Klang der Stille“, „May it be“ und „Zeiten der Ruhe“ fügten sich sehr passend in das Programm ein.
In seiner Rede ging der erste stellvertretende Bürgermeister Torsten Klotz auf den Anlass der Gedenkstunde ein: „Zum 83. Mal jährt sich der traurige Tag des 28. Februar 1943 und gibt uns Anlass, uns heute zu versammeln und gemeinsam an die grauhaften Verbrechen im nationalsozialistischen Deutschland zu erinnern. Ein Schrecken und Horror, der in der Welt, in Europa, ja und auch bei uns im kleinen Hilchenbach tiefe Wunden schlug.“
Torsten Klotz nahm die Teilnehmenden und auch alle Menschen in die Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten und das, was wir in unserem Land aus der Geschichte lernen mussten, weiterzuvermitteln: „Damit sich Geschichte eben nicht wiederholt und jene, die sich die Zeiten von 1933 bis 1945 zurückwünschen, hier in unserem Hilchenbach keinen Nährboden für falsch verstandene Vaterlandsliebe vorfinden.“
Dabei ordnete er das notwendige erinnern wie folgt ein: „Es muss uns gelingen, Erinnerungen wachzuhalten – nicht in Schuld, sondern in lehrreichem Verständnis zur Achtung der Menschlichkeit.“
Nach einem stillen Gedenken zitierte Torsten Klotz die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die mit 103 Jahren am 9. Mai 2025 gestorben ist: „Es gibt kein jüdisches Blut, kein christliches Blut, kein muslimisches Blut, es gibt nur menschliches Blut. Seid Menschen!“
Die Stadt Hilchenbach und auch Fraktionen würdigten den Gedenktag, indem sie Blumenkränze beim Gedenkstein ablegten.
