Stadtentwicklung
JU DO! Gründerwettbewerb im kmd
Gründerteam um Niklas Wölfl gewinnt mit Softwarelösung den 1. Preis
Olpe/Siegen. Auf großer Bühne im kmd in Dahlbruch durften die sechs Finalistenteams des JU DO! Gründerwettbewerbs jetzt ihre Konzepte vorstellen.
„Die Reife des Systems, seine Skalierbarkeit, die unmittelbaren Mehrwerte für die Unternehmen, die klare und reflektierte strategische Vorgehensweise sowie die Kombination unterschiedlicher fachlicher Kompetenzen im Gründerteam“ der AutomatIQ Synergies GmbH überzeugte nicht nur die Fach-, sondern auch die Publikumsjury beim Finale des JU DO! Gründerwettbewerbs der Wirtschaftsjunioren Südwestfalen e.V. (WJSW). Für seine Cloud- und KI-basierte Softwarelösung zur Automatisierung der Prüfung und Weiterverarbeitung von Materialzeugnissen, sog. 3.1-Zertifikaten, erhielt das Gründerteam den mit 5.000 Euro dotierten 1. Preis sowie die begehrte „Goldene Ananas“ vom Publikum.
Vor knapp 120 Gästen hatten sich die Teams auf die Bühne im Familie-Weiss-Saal begeben, um dem Publikum aus Experten, Unternehmern, Beratern, Medienvertretern und Interessierten in Kurzvorträgen ihr Gründungskonzept zu präsentieren. Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro wurden in Kooperation mit dem Gründungsnetzwerk Startpunkt57, der IHK Siegen und der Volksbank in Südwestfalen eG für die drei interessantesten und zukunftsfähigsten Gründungskonzepte mit Unternehmenssitz in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe vergeben.
Die Idee zum erstplatzierten Geschäftsmodell „AutomatIQ Synergies“ entwickelten die Wirtschaftsinformatiker Niklas Wölfl und Sven Giesler zusammen mit Maschinenbauer Heinrich Lingemann aus einer Abschlussarbeit an der Universität Siegen, die Schwachstellen im Prüfprozess von 3.1-Zertifikaten aufdeckte. Diese Zertifikate dokumentieren die chemische und mechanische Zusammensetzung von Materialien und werden bisher überwiegend in einem rein manuellen, zeit- und kostenintensiven sowie fehleranfälligen Prozess geprüft. Sie sind essenziell für Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen insbesondere in der Stahl-, Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie sowie im Maschinenbau. „Wir helfen regionalen Unternehmen, ihre Prüfprozesse zu digitalisieren, Kosten zu senken, Qualität zu sichern und Haftungsrisiken zu senken“, brachte Niklas Wölfl es auf den Punkt.
Der zweite Platz samt 3.000 Euro Preisgeld ging an Maria Röming und ihr Gründungsvorhaben „GEQUMA – die Gesundheitsquartalemacher“. Ihre Mission: Kleinst- und Kleinunternehmen (KKU) nach individuellem Bedarf einen niederschwelligen, praxisnahen Zugang zu allen Themen rund um Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Arbeitsschutz zu ermöglichen. Die Lösung von Röming und ihrem Gründerteam: eine digitale Plattform, die BGM unabhängig von der Unternehmensgröße ermöglicht und den Aufwand im Betrieb stark reduziert.
Platz drei und 2.000 Euro gingen an Paul Groos und Tobias Horsch, die mit der SalesStack UG eine Softwarelösung für Onlinehändler auf den Markt bringen, die sämtliche Prozesse zur Überwachung und Steuerung der Verkaufsaktivitäten auf allen vom Händler genutzten Marktplätzen auf einer zentralen Oberfläche vereint und ein KI-unterstütztes Steuerungssystem liefert, das den gesamten Verkaufsprozess automatisiert und optimiert.
Darüber hinaus standen im Finale: Sarah Steurer und Sebastian Haller („DelphiCore“), die eine für die Industrie entwickelte innovative adaptive Einbettungstechnologie auf den Markt bringen wollen. Diese soll die reproduzierbare Integration von Sensoren in strukturrelevante Bauteile schon während des Fertigungsprozesses ermöglichen und mit einer neuartigen Messtechnik Eigenspannungen auch in unterschiedlichen Materialklassen etwa von Verbundwerkstoffen gleichzeitig bestimmen können. Tobias Rösner, der mit seiner „LATC Digital Solutions GbR Tobias Rösner und Enzo Frenker-Hackfort“ eine interaktive Lernplattform samt KI-gestütztem Sprachsimulator auf den Markt gebracht hat. Mit ihr können Flugschüler erstmals realistische Funkgespräche in Echtzeit trainieren. Leonard Carl Borgard und Tom Widrinksy mit ihrem Gründungsvorhaben „SelfConsult“, das KMU ein „Betriebssystem für digitale Weiterentwicklung“ bereitstellen will. Ihre KI-gestützte Software analysiert Fertigungsprozesse, macht Digitalisierungspotenziale sichtbar und befähigt die Unternehmen, diese voranzutreiben.
„Jede der Geschäftsideen ist einzigartig und geht auf aktuelle Herausforderungen ein“, betonte Jonas Volprecht, Vorsitzender der WJSW. Er zeigte sich „außerordentlich stolz“, dass ein Teil der Bewerber aus dem WJSW-Netzwerk stammt: „Dies unterstreicht die exzellente Zusammenarbeit innerhalb unseres Netzwerks und der angeschlossenen Unterstützerorganisationen.“ Die WJSW-Kreisgeschäftsführerin und Moderatorin des Abends, Dr. Christine Tretow, würdigte den JU DO! Gründerwettbewerb als „Mutmacher in herausfordernden Zeiten“, der klar mache, dass „Start-ups die Frischzellenkur der Wirtschaft sind, da Gründer auf Ideenreichtum und Mut statt auf Nörgelei und Resignation setzen“.
Weitere Informationen zu den Wirtschaftsjunioren gibt es unter www.wjsw.de. Informatives und Interessantes rund um den Gründerwettbewerb ist unter www.judo-sw.de zu finden.
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Bild: Carsten Schmale
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