Wenn aus Regen eine Gefahr wird: Ist das eigene Zuhause auf Starkregen vorbereitet?

Die Stadt Hilchenbach informiert über wirksamen Gebäudeschutz und empfiehlt den kostenlosen „Leitfaden Starkregen“ des Bundes.

Ein heftiges Gewitter, sintflutartige Regenfälle und plötzlich steht das Wasser vor der eigenen Haustür. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Regenschauer beginnt, kann sich innerhalb weniger Minuten zu einer ernsthaften Gefahr für Menschen, Gebäude und Sachwerte entwickeln. Vollgelaufene Keller, überflutete Garagen und erhebliche Schäden an Wohnhäusern zeigen: Starkregen kann jeden treffen – auch dort, wo weit und breit kein Fluss oder Bach zu sehen ist.

Daher stellt sich die Frage, wie gut ist das eigene Zuhause tatsächlich gegen solche Wetterereignisse geschützt? Und was können Haus- und Grundstückseigentümer bereits heute unternehmen, um Schäden möglichst in der Zukunft zu vermeiden?

Die Stadt Hilchenbach möchte Bürgerinnen und Bürger für diese Gefahren sensibilisieren und auf eine hilfreiche Veröffentlichung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) aufmerksam machen. Der kostenlose „Leitfaden Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ bietet praxisnahe Informationen, anschauliche Beispiele sowie konkrete Handlungsempfehlungen zum Schutz der eigenen Immobilie.

Wenn das Wasser plötzlich seinen eigenen Weg nimmt

Die besondere Gefahr bei Starkregen liegt darin, dass innerhalb kürzester Zeit große Niederschlagsmengen auf eine vergleichsweise kleine Fläche treffen können. Straßen, Einfahrten und Grundstücke verwandeln sich dann unter Umständen in regelrechte Wasserwege. Besonders gefährdet sind tiefer liegende Hauseingänge, Kellerfenster, Lichtschächte, Garageneinfahrten und andere Gebäudeöffnungen.

Auch die Kanalisation kann bei außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen an ihre Grenzen gelangen. Ohne geeigneten Rückstauschutz besteht die Gefahr, dass Abwasser über tiefer liegende Entwässerungsstellen ins Gebäude eindringt. Erwähnenswert ist, dass nicht nur Grundstücke in unmittelbarer Nähe von Gewässern gefährdet sind. Auch Gebäude in Hanglagen, Senken oder dicht bebauten Wohngebieten können von erheblichen Überflutungen betroffen sein.

Vorsorge beginnt, bevor das Wasser kommt

„Viele Schäden lassen sich durch eine frühzeitige Gefährdungseinschätzung und geeignete bauliche Maßnahmen verhindern oder zumindest deutlich reduzieren.“ Marco Helmer rät privaten Hauseigentümerinnen- und Eigentümern, Vermieterinnen und Vermietern und Bauwilligen sich bereits frühzeitigte mit dem Thema Starkregenvorsorge auseinanderzusetzten. Da ein wirksamer Schutz nicht erst mit einer amtlichen Unwetterwarnung beginnt, sondern bereits bei der Planung, Unterhaltung und Sicherung des eigenen Gebäudes. Der Leitfaden erläutert unter anderem, wie Eigentümer mögliche Schwachstellen ihres Gebäudes erkennen und gezielt Schutzmaßnahmen ergreifen können.

Dazu gehören beispielsweise:

  • die Sicherung von Kellerfenstern, Lichtschächten und tieferliegenden Eingängen,
  • der Einbau und die regelmäßige Wartung geeigneter Rückstausicherungen,
  • die Gestaltung von Grundstücken und Außenflächen zur gezielten Ableitung beziehungsweise Rückhaltung von Regenwasser,
  • bauliche Schutzmaßnahmen an besonders gefährdeten Gebäudeöffnungen,
  • der Schutz empfindlicher Haustechnik und wertvoller Gegenstände sowie
  • die richtige Vorbereitung auf mögliche Überflutungen.

Anschauliche Darstellungen und Checklisten helfen dabei, die individuelle Gefährdung besser einzuschätzen und geeignete Maßnahmen zu planen. Dabei gilt selbstverständlich: Die eigene Sicherheit und der Schutz von Menschenleben haben immer Vorrang vor dem Schutz von Sachwerten. Überflutete Keller und Tiefgaragen dürfen bei akuter Gefahr nicht betreten werden.

Jetzt informieren und rechtzeitig handeln

Die Stadt Hilchenbach empfiehlt allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, sich mit dem kostenlosen Leitfaden vertraut zu machen. Dadurch kann das eigene Gebäude kritisch auf mögliche Schwachstellen überprüft werden.

Marco Helmer von der Ordnungsbehörde appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, nicht bis zu dem nächsten Starkregen zu warten. Sondern die Zeit zu nutzen, um das Eigenheim besser zu schützen. Denn jeder Euro, der sinnvoll in die Vorsorge investiert wird, kann helfen, erhebliche Schäden und persönliche Belastungen zu vermeiden.

Der Leitfaden „Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ steht kostenlos als Broschüre zur Verfügung und kann online abgerufen werden.

https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2018/leitfaden-starkregen-auflage-4-dl.pdf?__blob=publicationFile&v=2