Schulisches Mobilitätsmanagement

Hilchenbach stellt umfassendes Konzept für sichere Schulwege vor

Nach rund drei Jahren intensiver Arbeit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das Schulische Mobilitätsmanagement der Stadt Hilchenbach geht in die nächste Phase. Mit der Fertigstellung und Veröffentlichung eines gesamtstädtischen Schulischen Mobilitätskonzeptes sowie individueller Konzepte für alle Hilchenbacher Schulen liegt nun erstmals eine umfassende Grundlage vor, um die Verkehrssicherheit im Umfeld der Schulen langfristig und systematisch weiterzuentwickeln. 

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Ziel des Projektes war es, den Schulweg für Kinder und Jugendliche sicherer zu gestalten, die selbstständige Mobilität zu fördern und gleichzeitig das Verkehrsaufkommen insbesondere zu den Bring- und Abholzeiten zu reduzieren. Gerade in den Stoßzeiten entstehen vor den Schulen regelmäßig unübersichtliche Verkehrssituationen, wenn viele Eltern ihre Kinder unmittelbar bis vor das Schultor fahren. Diese Situationen stellen nicht nur eine Belastung für den Verkehrsfluss dar, sondern bergen auch erhebliche Sicherheitsrisiken für zu Fuß gehende und radfahrende Schülerinnen und Schüler.

Um diesen Herausforderungen nachhaltig zu begegnen, hatte die Stadt Hilchenbach Fördermittel eingeworben und gemeinsam mit dem auf Mobilitätsplanung spezialisierten Fachbüro Elkmann einen umfassenden Beteiligungsprozess gestartet. Von Beginn an war klar, dass tragfähige Lösungen nur gemeinsam entwickelt werden können. Deshalb wurden Schulen, Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler, Polizei, Verwaltung sowie weitere Fachstellen aktiv in den Planungsprozess eingebunden.

Ortsbegehungen und „Schulwegchecks“

Den Auftakt bildeten umfangreiche Bestandsaufnahmen an allen Schulstandorten. Es folgten Elternbefragungen, Interviews mit Schülerinnen und Schülern, Schulwegkarten, Verkehrserhebungen sowie Ortsbegehungen und sogenannte „Schulwegchecks“. In mehreren Planungswerkstätten wurden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und konkrete Verbesserungsvorschläge entwickelt. Auf diese Weise konnten die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer ebenso berücksichtigt werden wie die fachlichen Anforderungen an eine sichere Verkehrsführung.

Das Ergebnis dieses intensiven Prozesses ist weit mehr als eine Sammlung einzelner Maßnahmen. Erstmals verfügt die Stadt Hilchenbach über ein strategisches Gesamtkonzept für die Schulmobilität sowie standortbezogene Maßnahmenkonzepte für sämtliche Schulen.

Mehr als 80 Einzelmaßnahmen entwickelt

Insgesamt wurden mehr als 80 Einzelmaßnahmen entwickelt, bewertet und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit geprüft. Eine fachdienstübergreifende Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung hat diese Maßnahmen priorisiert und die weitere Umsetzung vorbereitet. Dabei zeigt sich deutlich, dass sichere Schulwege weit mehr erfordern als bauliche Veränderungen. Das Konzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und verbindet bauliche Verbesserungen mit verkehrsrechtlichen Regelungen sowie Maßnahmen der Verkehrsbildung und Kommunikation. Neben neuen Querungsmöglichkeiten, Geh- und Radwegen oder Hol- und Bringzonen gehören deshalb auch Schulwegpläne, Verkehrssicherheitsaktionen, Unterrichtsmaterialien sowie Projekte zur Förderung des eigenständigen Schulwegs zum Maßnahmenpaket.

Bereits während der Konzeptentwicklung konnten erste Verbesserungen umgesetzt werden. So wurden für alle Schulen altersgerechte Schulwegpläne erstellt. Darüber hinaus fanden „Verkehrszähmer-Workshops“ für Lehrkräfte statt. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet wurden kleinere Maßnahmen wie neue Markierungen, Rückschnitte von Bewuchs oder die Verbesserung von Sichtbeziehungen bereits realisiert. Mit der Veröffentlichung der Konzepte beginnt nun die nächste Phase.

Im Laufe des Jahres werden weitere Maßnahmen Schritt für Schritt umgesetzt. Hierzu gehören unter anderem neue Hol- und Bringzonen an verschiedenen Schulstandorten, zusätzliche Markierungen, Verbesserungen von Geh- und Radwegen, Querungshilfen sowie weitere verkehrsrechtliche Regelungen. Gleichzeitig werden die Schulen weiterhin durch das beauftragte Fachbüro begleitet. Verkehrssicherheitsaktionen und weitere Projekte sollen Kinder, Eltern und Lehrkräfte dabei unterstützen, den Schulweg möglichst häufig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Nicht alle Maßnahmen lassen sich kurzfristig verwirklichen. Einige größere Bauprojekte benötigen umfangreiche Planungen oder sind von Fördermitteln beziehungsweise anderen Baumaßnahmen abhängig. Durch die nun vorliegenden Konzepte verfügt die Stadt jedoch erstmals über eine belastbare Planungsgrundlage, auf deren Basis die einzelnen Projekte in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden können.

Bürgermeister und Verwaltung sehen in dem Schulischen Mobilitätsmanagement deshalb eine langfristige Investition in die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Förderung aktiver Mobilität und zu einer höheren Aufenthaltsqualität im Umfeld der Schulen.

Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die den Prozess in den vergangenen drei Jahren begleitet haben. Das große Engagement von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Schulleitungen, Polizei, Politik und Verwaltung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ein praxisnahes und tragfähiges Konzept entstehen konnte. Mit der Veröffentlichung der Konzepte ist das Projekt daher nicht abgeschlossen – vielmehr beginnt jetzt die schrittweise Umsetzung zahlreicher Maßnahmen für noch sicherere Schulwege in Hilchenbach.  

Abschlussberichte Schulisches Mobilitätsmanagement